Erasmus+ in Lettland: Eine Woche, die Europa greifbar macht (8.–13. Februar 2026)

Wie fühlt sich Europa an, wenn man es nicht nur im Unterricht behandelt, sondern tatsächlich erlebt? Sechs Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 sowie zwei Lehrkräfte der KKS haben genau das erfahren. Vom 8. bis 13. Februar 2026 nahmen sie am internationalen Erasmus+-Treffen im bis zu –22 °C kalten Lettland teil – gemeinsam mit Jugendlichen aus Lettland, Portugal, Polen und der Türkei.

 

Ankommen in einer neuen Welt

Am Sonntag, 8. Februar, landete die Gruppe um 13:55 Uhr in Riga. Am Flughafen warteten bereits die Gastfamilien. Für viele begann damit ein besonderes Erlebnis: eine Woche in einem anderen Land, in einer fremden Familie, in einer neuen Sprache. Der erste Abend diente dem Kennenlernen – erste Gespräche, erste Eindrücke, erste Schritte in einem neuen Alltag.

Bild Flughafen

 

Schule einmal anders

Der Montag begann mit einem ganz normalen Schultag – allerdings nicht in Deutschland, sondern in den Klassen der lettischen Gastgeberinnen und Gastgeber. Die deutschen Schülerinnen und Schüler nahmen am Unterricht teil und erhielten unmittelbare Einblicke in ein anderes Bildungssystem.

Im Anschluss verwandelte sich die Schule in eine Bühne: Ein Konzert mit Gesang und Tanz eröffnete den kulturellen Austausch. Schnell wurde aus Zuschauen Mitmachen – Jugendliche aller Nationen tanzten gemeinsam. Sprachbarrieren traten in den Hintergrund, Begegnung stand im Vordergrund.

Besonders spannend waren die Präsentationen der einzelnen Ländergruppen. Jede Delegation stellte ihre Heimat, ihre Schule und ihre Stadt vor. Unterschiede wurden sichtbar, Gemeinsamkeiten ebenso. Europa bekam Gesichter.

Am Nachmittag erkundeten die Teilnehmenden bei einer Stadtrallye Iecava, den Schulstandort der Partnerschule.

 Bild Malen  Malen KKS

 

Geschichte erleben und Traditionen teilen

Der Dienstag führte die Gruppe nach Bauska zur historischen Burganlage. Dort lernten die Jugendlichen lettische Nationaltänze kennen – und tanzten selbst mit. Geschichte wurde hier nicht nur erzählt, sondern aktiv erlebt.

Am Nachmittag standen kreative Workshops auf dem Programm. In internationalen Gruppen wurden Armbänder gestaltet, Taschen bedruckt und Buttons hergestellt. Die gemeinsame Arbeit förderte Austausch, Teamgeist und Kreativität.

 Bild in Burg angepasst  Gruppennbild vor Burg angepasst

 

Freiheit als zentrales Thema

Am Mittwoch ging es in die Hauptstadt Riga ins Kunstmuseum. In einem Workshop setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Freiheit auseinander. Sie gestalteten Plakate und diskutierten, für welche Werte sie selbst eintreten würden – von Meinungsfreiheit über Gleichberechtigung bis hin zu gesellschaftlicher Teilhabe.

Am Abend trafen sich alle Delegationen zu einem gemeinsamen Essen. Gespräche, Lachen und neue Freundschaften prägten diesen internationalen Begegnungsabend.

 

Vergangenheit verstehen – Demokratie schätzen

Der Donnerstag stand im Zeichen der Geschichte. Nach Präsentationen über die Eindrücke des Vortags besuchte die Gruppe das Okkupationsmuseum in Riga. Dort erfuhren die Jugendlichen mehr über die Besatzungszeit Lettlands – sowohl während des Nationalsozialismus als auch unter sowjetischer Herrschaft.

In Gruppen erarbeiteten sie anschließend die historische Bedeutung der lettischen Flagge und setzten sich mit der Frage auseinander, wie nationale Symbole mit demokratischer Identität verbunden sind.

Vor dem Schwarzhäupterhaus erhielten die Teilnehmenden ihre Zertifikate – ein sichtbares Zeichen für eine intensive und erfolgreiche Woche.

 Bild Stadt angepasst  Museum
 Museum 2  Bild Steckbriefe angepasst

 

Abschied mit vielen Eindrücken

Am Freitag, 13. Februar, hieß es Abschied nehmen. Die Gastfamilien begleiteten die Schülerinnen und Schüler zum Flughafen. Um 14:55 Uhr startete der Rückflug nach Deutschland.

 

Die Woche in Lettland war mehr als eine Reise. Sie war gelebte europäische Zusammenarbeit, praktische Demokratiebildung und persönliche Weiterentwicklung zugleich. Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bleibt sie eine Erfahrung, die weit über das Klassenzimmer hinausreicht.

Interessierte Schülerinnen und Schüler, die selbst Teil künftiger Erasmus+-Projekte werden möchten, erhalten weitere Informationen über die Schule und die zuständigen Lehrkräfte.