Beeindruckender Ausflug zur Gedenkstätte Buchenwald


Am 21.06.2016 besuchte der 9. Jahrgang, insgesamt 124 Schüler, der Käthe-Kollwitz-Schule die Gedenkstätte Buchenwald bei Erfurt. Bereits vor dem Besuch behandelten die Schüler das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Gesellschaftslehreunterricht. Sie entdeckten, dass in der Zeit von 1933 bis 1945 Menschen aufgrund ihrer Herkunft und ihres Glaubens verfolgt und eingekerkert wurden. In welch grausamer Weise dies erfolgte, wurde an der Inhaftierung in den Konzentrationslagern deutlich. Die Schüler beschäftigten sich intensiv mit dem Lager Buchenwald. Hier erarbeiteten sie mit Unterlagen der Gedenkstätte gemeinsam mit ihren Klassenlehrern den Besuch.

Am Dienstag war es dann soweit. Bei dem Besuch waren die die Schüler vorbereitet, auf das, was sie erwartete. Doch stellten viele nach dem Rundgang auf dem Lagergelände fest, dass die direkte Konfrontation mit den alten Einrichtungen der Gedenkstätte sie tiefer beeindruckte, als dies der Unterricht mit Schulbüchern und anderem theoretischen Lehrmaterial vermochte.

Hier ein kurzer Bericht eines Schülers nach dem Rundgang: „Zu Beginn schauten wir uns den alten „Bahnhof an“, eine trostlose Rampe an der die Häftlinge „angeliefert“ wurden. Von dort ging es damals unter Schlägen und Folterungen zum Haupttor des Konzentrationslagers. Dabei gab es schon die ersten Todesopfer. Am Eingang sahen wir den Bunker, eine Arrestanlage, in der Menschen unter schrecklichsten Bedingungen isoliert gefangengehalten wurden. Bis zu einem Jahr und länger waren sie dort in Einzelhaft der Folter und der Isolation ausgesetzt. Viele starben in diesen Räumen unter schrecklichen Bedingungen. Als nächstes gingen wir in das Krematorium von Buchenwald. Der große Schornstein fiel sofort auf, er dominierte das Gebäude. Er brannte sich quasi in unser Auge ein, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Verbrennungsöfen und die Kellerräume, in denen die Toten gelagert wurden, rief ein Schauer in uns hervor. Dort wurden auch Menschen unter grausamsten Bedingungen ermordet. Danach gingen wir zu dem alten Kammergebäude. Hier handelte es sich um ein Magazin für Kleidung, Decken usw. Heute befindet sich dort eine Ausstellung. Die damalige Zeit wird durch die persönlichen Gegenstände der Häftlinge, Bilder, Dokumenten und den Namen der Opfer und der Wärter wieder lebendig. Für uns war es nach dieser Besichtigung einfach unfassbar, wie eine Ideologie das Wachpersonal so verrohen ließ. Alles Menschliche muss ihnen fremd geworden sein.“

Am Ende des Rundgangs legte eine Schülerin der Käthe-Kollwitz-Schule einen Strauß Blumen auf der Gedenkplatte nieder. Auf dieser wird der Menschen aller Nationen gedacht, die hier inhaftiert waren. Ein Schüler brachte zum Ausdruck, woran viele dachten: „Ich denke, dass ich für alle spreche. Achten wir darauf, dass so etwas nie wieder passiert. Helfen wir mit, so etwas zu verhindern.“ Alle waren von diesem Besuch tief bewegt. Die Heimfahrt verlief ruhig, nicht wie sonst üblich bei Klassenfahrten mit viel Musik und Gelächter. Mit Sicherheit waren alle in ihren Gedanken bei dieser Zeit.