Der Wert einer Gesellschaft spiegelt sich darin wider, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Immer wieder muss man von Spannungen, Konflikten, sogar Gewalt zwischen der Mehrheitsbevölkerung und verschiedenen Minderheiten lesen. Dieses Grundproblem moderner, multikultureller Gesellschaften ist der Ausgangspunkt des Comenius-Projektes über das Leben von Minderheiten.
In fünf Treffen seit Oktober 2012 wurde die Lebensrealität regionaler Minderheiten beleuchtet. Jedes Treffen steht unter einem thematischen Schwerpunkt, wie Kunst, Musik oder Tradition. Das Ziel dieses Projektes ist der Abbau von Vorurteilen. Das Wissen über fremde Kulturen soll Verständnis schaffen. Das Verständnis für andere Kulturen soll klischeehaftem Denken, der Manifestierung von Stereotypen und der Entstehung von Vorurteilen vorbeugen.




Ein Höhepunkt des bisherigen Projekts war die Reise nach Thessaloniki, Griechenland. Alle Schüler wurden mit der sprichwörtlichen griechischen Gastfreundschaft empfangen. Das abwechslungsreiche Programm bot den Schülern und mitgereisten Lehrern interessante Einblicke in die griechische Kultur und Geschichte. Dank der populären sozialen Netzwerke sind die Schüler immer noch in regem Kontakt.
Die Reisen nach Mihalovce (Slowakei), nach Buj (Ungarn) und nach Czestochowa (Polen) boten den Schülern weitere Gelegenheiten, Land und Leute kennenzulernen. Somit machten sie, durch den persönlichen Kontakt, unmittelbare Erfahrungen, die in dieser Form nicht im Unterricht möglich gewesen wären. Das Thema
Integration wurde dabei stets von verschiedenen Seiten betrachtet und diskutiert.



Im Dezember 2013 war schließlich die KKS als Gastgeber für die internationale Arbeitsgruppe an der Reihe. Nach langer Zeit des Planens und Organisierens ging es am 2.12. endlich los. Rund 60 Lehrer/innen und Schüler/innen trafen sich in der Aula und besprachen bei Kaffee und Kuchen das Programm der Woche.
Die Schulleitung der Käthe in Person von Klaus-Peter Hamann und der Stellvertreterin, Karin Schneider, zeigten sich stolz, Gastgeber für das Comenius-Projekt sein zu dürfen. Es sei eine Ehre, Gäste aus dem europäischen Ausland zu beherbergen. Ebenso sei das Thema
Integration ein, wenn nicht sogar DAS Kernthema für die Zukunft Europas.



Unterstützt von vielen Kollegen, gelang es Lucile Blume ein sehr abwechslungsreiches und ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen. Am meisten beeindruckt waren die Schüler vom Ausflug nach Frankfurt, wo unter anderem der Besuch einer Moschee und einer Synagoge auf dem Programm stand. Die Schüler lernten viel über die Geschichte, aber auch über den Alltag zweier Religionsgemeinden, die zwar in unserer Mitte verwurzelt sind, vielen aber fremd sind. Durch die kurzweiligen Führungen, angereichert durch Anekdoten aus dem Alltagsleben, erhielten die Schüler tiefe Einblicke in eine Lebensrart, wie sie durch Schulbücher nicht zu vermitteln gewesen wären.



Die Woche neigte sich bereits dem Ende zu, als am Donnerstag, dem 9. Dezember, die große Abschlussfeier auf dem Programm stand. Wie es sich für eine anständige Feier gehört, wurde viel getanzt. Sebastian Hardies führte mit allen Beteiligten einen traditionellen jüdischen Tanz vor und Anna Dönges tanzte mit begeisterten und begeisternden Schüler/innen und Lehrer/innen Zumba.



Die Theatergruppe von Jens Nimbler führte ein Stück aus dem Alltag der Schüler auf, in dem es um die Integration eines neuen Schülers ging. Die Aufführung in englischer Sprache löste begeisterte Reaktionen im Publikum hervor. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der internationalen Percussion-Gruppe um Florian Schröder. Wie Anna Dönges und Jens Nimbler hatte er in einem Workshop den Auftritt seiner internationalen Gruppe einstudiert.




Zurücklehnen und genießen hieß das Motto für die Comeniusschüler und -lehrer, als Dieter Stanzels Schulchor die Anwesenden mit Liedern aus dem aktuellen Programm unterhielt. Himmlische Harmonien und eine kurzweilige Moderation verzauberten das Publikum.




Jörg Muth, Bürgermeister von Langenselbold, beschrieb in seiner Rede die Geschichte der Integration von Minderheiten auf der Grundlage eigener Erfahrungen. Er habe selbst zwei Phasen der Integration erlebt. Zum einen nannte er die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und zum anderen die Zeit ab den 60er Jahren, als die Bundesrepublik Gastarbeiter aus dem Ausland anwarb. Dies waren vor allem Griechen, Türken, Italiener und Portugiesen. Es sei für ihn selbstverständlich gewesen, viele Mitschüler aus Südeuropa zu haben. Jetzt sei es, bezogen auf die Erweiterung der EU nach Osten, sehr wichtig, das Projekt zu nutzen, um Kontakte und Verbindungen zu schaffen. Denn, so sein Appell an die Comenius-Schüler: "Was Sie während des Projektes in fremden Ländern erleben, ist eine wichtige und wertvolle Erfahrung für ihr Leben." Somit trage das Projekt zu einer positiven Zukunft Europas bei.



Je später es jedoch wurde, desto näher kam die Zeit des Abschieds. Mit dem Versprechen in Kontakt zu bleiben und unter tränenreichen Umarmungen wurde zu vorgerückter Stunde „Auf Wiedersehen“ gesagt … bis zum nächsten Comenius-Treffen.




Wir möchten uns noch einmal bei allen Lehrern und Lehrerinnen und der Schulleitung der Käthe bedanken, die uns bei der Organisation und Durchführung dieses Projektes geholfen haben. Ohne die gute Zusammenarbeit im Kollegium wäre Vieles nicht realisierbar gewesen.