Und in der Vergangenheit war bei den Konzertvorbereitungen beinahe die „halbe KKS“ mit im Boot:
Die Multimedia-AG unter Leitung von Herbert Weiß erarbeitete Multimedia-Präsentationen, Deutsch- und Theaterkurse unter Leitung von Astrid Mitlehner und Marei Eisenbarth gestalteten Programmhefte, entwickelten Spielszenen und Sketche zu Programmpunkten, in Arbeitslehre-Kursen wurden Bühnenbilder entworfen und gebaut, in Englischkursen wurden Übersetzungen und Analysen von Songtexten für die Programmhefte erarbeitet, im Kunstunterricht entstand ein Logo für die Konzertreihe, SEB und engagierte Eltern übernahmen wichtige organisatorische Aufgaben, Reinhard Steinhauser dokumentierte die Projektarbeit mit der Kamera, um nur einige Beispiele einer gelungenen fächerübergreifenden Verzahnung aufzuzeigen.


1-2



In besonderer Weise unterstützt wurde ich bei allen Projekten von Veronika Roth. Gemeinsam gestalten wir das Chorangebot für den „Jungen Chor“
der Jahrgänge 5 u. 6.
Veronika Roth singt zudem seit 20 Jahren im „Abendchor“. Diese nach meinen Informationen einmalige Chorveranstaltung an einer hessischen Schule bietet Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 7-10 gemeinsam mit Erwachsenen (Lehrkräften, Eltern, Ehemaligen) die Möglichkeit modernen Chorgesangs in drei- bis vierstimmigen Chorsätzen. Gleichzeitig erfolgt eine besondere Förderung Begabter als Chorsolistinnen, nach dem Prinzip „etwas leisten und sich wohlfühlen“. Dieses Chorangebot gibt es an der Käthe-Kollwitz-Schule bereits seit 25 Jahren. Wie ernst es den Chorschülerinnen damit ist, zeigt sich allein daran, dass kaum eine Pause vergeht, wo nicht interessierte junge Sängerinnen sich freiwillig zum Vorsingen anmelden, sich dabei als hoffnungsvolle (Nachwuchs) – Talente präsentieren, sich Tipps holen und mit großem Eifer üben, nicht selten vor weiteren Interessierten als Zuschauerinnen bzw. Zuhörerinnen. Der Spaß, die Freude „Jungen Chores“ beim Abschiedskonzert war nicht zu übersehen und nicht zu überhören. Und die KKS-Nachwuchsband sorgte zu Beginn des Konzerts für mehr als ein Ausrufezeichen.

2-2


Ich wünsche mir, dass für die Schülerinnen und Schüler weiterhin solche Angebote bestehen und danke allen Schulleitungen bis heute, dass sie diese Angebote immer unterstützt haben und nachhaltig unterstützen. Das Staatliche Schulamt Hanau zertifizierte die Käthe-Kollwitz-Schule dafür als „Schule mit besonderer musikalischer Förderung“, ein Prädikat, mit dem in ganz Hessen nur zwei Schulen ausgezeichnet wurden, wie wir meinen, geradezu eine Verpflichtung, solche Angebote zu erhalten und ggf. sogar noch auszuweiten.

7

Für das Abschiedskonzert am 4.6. 2016 ging ein besonderer Wunsch von mir in Erfüllung: ein Konzert in der Evangelischen Kirche , die die Musik in all ihren Facetten in besonderer Weise zur Geltung bringen sollte. Unsere Erwartungen waren hoch, aber sie wurden noch über-troffen. Aus den zahlreichen Feedbacks zu dieser Veranstaltung möchte ich die Aussage einer Konzertbesucherin zitieren: „Ich habe mich drei Stunden wie in einer anderen Welt gefühlt, es war einfach faszinierend und stimmgewaltig“.
Gleich von Beginn des Konzertes an war die „Synergie“ zwischen Zuschauerinnen und Zuschauern und uns Akteuren auf der Bühne spürbar. Wir alle verschmolzen zu einer Einheit.

4-2



Dies beflügelte Chor, Solistinnen und die Band, in der wieder zahlreiche „Ehemalige“, auch ehemalige Kolleginnen und Kollegen mitwirkten, zu musikalischen Höchstleistungen: Uwe Sommerfeld an der Violine, Patrizia Tarantino-Langner – stellvertretend für das „ensemble vivant“ – an der Mandola, Matthias Brückmann am Schlagzeug, Norbert Caspar, diesmal neben E-Gitarre und Keyboard mit Harfe und der dulcimerartigen „Geyerleier“ als wahrer Multi-Instrumentalist vertreten, Helmut Stichel am Bass (er unterstützt die KKS seit 2002) und erstmalig Hartmut Christe an den Keyboards, der mit seinen gelungenen Interpretationen von Queens „Bohemian Rhapsody“ und von „Music“ (John Miles) sich als großartiger Gesangssolist präsentierte. Martin Grauel, Gitarrist des Zupforchesters „musica viva“ Freigericht, war erstmals als Mitglied der Projektband im gesamten Konzertprogramm vertreten, und Jonas Brück vervollständigte das breit angelegte Klangbild der Band mit seiner Trompete. Nicht zu vergessen die „Ehemaligen“ Nicole Epifani und Nina Vabic, Sängerinnen der „KKS 1“ (1992-2000) sowie die Solistinnen Diane Augustin und Lea Lindt, die mit ihren „großen“ Stimmen seit vielen Jahren den Abendchor bereichern.

5


Ich danke allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, auch im Namen meiner Kollegin Veronika Roth, für die uns zuteil gewordene Unterstützung. Das Konzert wird uns unvergesslich bleiben. Gleichzeitig verabschiede ich mich vom „Konzertbetrieb“ der KKS. Diese Arbeit an der Schule hat mein Leben bereichert.

6



„Musik drückt das aus, was mit Worten nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen“ (Victor Hugo).


Langenselbold, 20.6. 2016

Dieter Stanzel